GUTES ODER SCHLECHTES CHOLESTERIN

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz und für den Körper ein lebenswichtiger Baustein. Die Herstellung von Gallensäuren (Chole=Galle), Vitamin D und verschiedenen Hormonen würde ohne Cholesterin nicht funktionieren. So bildet der Körper daraus Cortisol, ein wichtiges Hormon, das Entzündungen im Körper abwehrt. Zudem ist Cholesterin eine Vorstufe der männlichen und weiblichen Sexualhormone. Auch für den Aufbau und die Funktion der Körperzellen ist es unentbehrlich. 95 Prozent der Fettmoleküle werden für unsere Zellen benötigt.

Da Cholesterin nicht wasserlöslich ist, kann es nicht als freies Molekül im flüssigen, „wässrigen“ Blut schwimmen. Damit es mit dem Blut zu den Zellen gelangen kann, braucht es ein Transportmittel. Es dockt sich deshalb an Eiweißmoleküle an. Diese Verbindung aus Fett (Lipid) und Eiweiß (Protein) nennt man Lipoprotein. Diese Verbindungen von Fett und Eiweiß liegen in unterschiedlichen Formen vor, einmal als sogenanntes LDL-Cholesterin und als HDL-Cholesterin.

ES GIBT DREI GROßE KLASSE DER LIPPROTEINE:

HDL STEHT FÜR "HIGH DENSITY LIPOPROTEIN"

Es stellt normalerweise 20 bis 30 Prozent des Gesamtcholesterins im Serum. Das als „gutes Cholesterin“ bezeichnete HDL („Hab dich lieb“ – als Eselsbrücke) transportiert überflüssiges Fett aus dem Blut zur Leber, wo es abgebaut wird. Dieser Vorgang schützt die Gefäße vor Ablagerungen. Das Risiko an einem Herzinfarkt oder einer Arteriosklerose zu erkranken nimmt ab. Man geht sogar davon aus, dass ein hoher HDL-Spiegel vor Gedächtnisverlust und sogar vor Alzheimer schützt.

LDL STEHT FÜR "LOW DENSITY LIPOPROTEIN"

Es stellt 60 bis 70 Prozent des Gesamtcholesterins im Serum und transportiert das Cholesterin von der Leber in den Körper. LDL gilt als das hauptsächliche arteriosklerotisch wirksame Lipoprotein und als primäre Zielsubstanz bei der Blutfettbehandlung bzw. -regulierung. Wenn zu viel LDL im Blut enthalten ist, kann es sich an den Gefäßwänden ablagern und diese verstopfen. So entsteht ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten. LDL wird deshalb auch als das „böse" Cholesterin bezeichnet. Die Konzentration bei der Behandlung auf das LDL-Cholesterin ergibt sich aus vielen klinischen Studien, die eindeutig zeigen konnten, dass eine LDL-Reduktion mit einer Verringerung des Risikos verbunden ist, an koronaren Herzkrankheiten (KHK) zu erkranken oder zu versterben.

VLDL STEHT FÜR "VERY LOW DENSITY LIPOPROTEIN"

VLDL-Partikel sind triglyceridreiche Lipoproteine, die 10 bis 15 Prozent des Gesamtcholesterins im Serum ausmachen. VLDL werden in der Leber erzeugt und sind Vorstufen des LDL. Einige VLDL-Formen, vor allem sog. VLDL-Remnants, scheinen ähnlich wie LDL die Arteriosklerose zu verstärken.

ES GIBT NOCH EINEN VIERTEN WERT, DEN VIELE JEDOCH NICHT KENNEN

Lp(a) steht für „Lipoprotein(a)“. Es ähnelt dem LDL-Cholesterin, ist jedoch noch gefährlicher. Das Apolipoprotein(a) wird in der Leberzelle gebildet und verbindet sich vermutlich erst in der Blutbahn mit LDL zu Lipoprotein(a). Abbau und Ausscheidung von Lipoprotein(a) finden in der Leber und der Niere statt, die genaueren Prozesse sind jedoch noch nicht bekannt.